Info

An dieser Stelle dokumentieren wir vergriffene politische Bücher und Broschüren, die in den 1970er und 1980er Jahren erschienen sind. Sie stehen teilweise im Volltext zur Verfügung. Weitere Volltexte sind auf Anfrage für den privaten Gebrauch verfügbar.

Zum aktuellen Buchprogramm des GegenStandpunkt-Verlags gelangen Sie hier.

Krieg und Frieden

Info
Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983
325 Seiten,
ISBN
3-518-11149-3
Karl Held
Theo Ebel

Krieg und Frieden
Politische Ökonomie des Weltfriedens

Warum entdeckt weder der gesunde noch der gelehrte Menschenverstand am Ost-West-Gegensatz, an der ‚Kriegsgefahr‘ (die alle Politiker hüben wie drüben bannen möchten, so daß man sich fragt, wer sie eigentlich heraufbeschwört!), am Gegensatz von arm und reich im Weltmaßstab, an Gastarbeitern und Ölstaaten, an der New Yorker Börse und an der Welthungerhilfe jenes Geschäft, das einmal bürgerliche wie sozialistische Theoretiker Imperialismus nannten?

Um die Beantwortung solcher Fragen, um die Analyse und Zurückweisung also gewisser ideologischer Gewohnheiten einer aufgeklärten Öffentlichkeit in Sachen Weltpolitik, geht es in Kapitel I dieses Buches - und damit um alles andere als bloße Ideologiekritik. Es sind also keine differenziert konstruierten Probleme, deren Lösungsmöglichkeiten angesichts unerbittlicher Sachzwänge das vorliegende Buch ausloten will, schon gar nicht solche der ‚Konfliktvermeidung‘. Es sind vielmehr ziemlich allgemein bekannte Tatsachen, deren Erklärung die verschiedenen Kapitel gewidmet sind: Wie abhängig die bundesdeutsche Wirtschaft von lauter weltwirtschaftlichen Bedingungen ist – vom Export, aber auch vom Import, von der Stärke ihrer Mark, die aber auch nicht zu stark sein darf, von amerikanischen Zinssätzen und japanischer Konkurrenz; wie sich mit kleinen grünen Schuldzetteln ein ganzes gesellschaftliches Produktionsverhältnis in alle Welt exportieren läßt, vorausgesetzt, alle ‚Machtfragen‘ sind klar und eindeutig beantwortet, von denen der ‚friedliche Austausch zum wechselseitigen Vorteil‘ in der modernen Welt noch allemal seinen Ausgang nimmt und die er folgerichtig auch immer wieder auf die Tagesordnung setzt, und wie die Armut ganzer Nationen beschaffen ist, die der weltweite Einsatz des überschüssigen Reichtums der Geschäftswelt einiger weniger Nationen in all seiner Wucht erzeugt.

Karl Held, geb. 1944 und Theo Ebel, geb. 1942, leben in München.